Urlaub

In Belgien haben Vollzeitbeschäftigte im Allgemeinen Anspruch auf 4 Wochen Jahresurlaub. Sie haben auch Anspruch auf Urlaub im Krankheitsfall oder unter anderen Umständen.

Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer haben in Belgien meist Anspruch auf 4 WochenJahresurlaub. Die Berechnung der Anzahl der Urlaubstage und des Urlaubsgeldes unterscheidet sich jedoch zwischen Arbeitern, Angestellten, Auszubildenden, Künstlern und Beamten.

Regulärer Urlaub für Angestellte und Auszubildende im Angestelltenverhältnis

Sie haben Anspruch auf maximal 4 Wochen Urlaub pro Jahr als Teil des regulären Urlaubs für Angestellte.

Berechnung der Dauer Ihres Urlaubs

Ihr Arbeitgeber berechnet die Urlaubstage, auf die Sie Anspruch haben, auf der Grundlage Ihrer Leistungen während des Urlaubsdienstjahres (d. h. des Jahres, das dem Jahr vorausgeht, in dem Sie Ihren Urlaub nehmen) und Ihrer Leistungen während des Urlaubsjahres (d. h. des Jahres, in dem Sie Ihren Urlaub nehmen).

Die folgenden Leistungen werden berücksichtigt:

  • die Tage der effektiven Beschäftigung (die Tage, an denen Sie gearbeitet haben);
  • die Tage der Inaktivität (die Tage, an denen Sie nicht gearbeitet haben), die der regulären tatsächlichen Arbeit gleichgestellt werden.

Wie kommen Sie in den Genuss Ihres regulären Urlaubs?

Sie können Ihren Urlaub in Anspruch nehmen, wenn Sie noch im aktiven Dienst sind und einen ausdrücklichen Antrag an Ihren Arbeitgeber stellen.

Individuelle Urlaubstage werden in gegenseitigem Einvernehmen zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber festgelegt.

Ein Unternehmen kann Urlaubstage auch mittels einer kollektiven Schließung planen.

Urlaubsgeld, wenn Sie aktiv sind

Dabei wird unterschieden zwischen folgenden Möglichkeiten:

  • einfaches Urlaubsgeld: das normale Gehalt, das Ihnen Ihr Arbeitgeber für jeden gewährten Urlaubstag gewährt, und
  • doppeltes Urlaubsgeld: ein Zuschlag für jeden Monat, der während des Urlaubsdienstjahres gearbeitet oder assimiliert wurde. Er entspricht 1/12 von 92 % des Bruttogehalts des Monats, in dem Sie Ihren Urlaub nehmen.

Die Berechnung berücksichtigt:

  • den Lohn, den Sie für die Tage, an denen Sie gearbeitet haben, erhalten haben, und
  • den fiktiven Lohn für Nichterwerbstage, das mit den Tagen der effektiven Beschäftigung gleichgesetzt (d. h. als solche betrachtet) wird.

Sie erhalten den Nettobetrag des Urlaubsgeldes, nach Abzug der Sozial- und Steuerabgaben.

Urlaubsgeld am Ende eines Arbeitsvertrags

Ihr Arbeitgeber bezahlt Sie:

  • für das Urlaubsjahr, in dessen Verlauf der Vertrag ausläuft, das einfache Urlaubsgeld für den Restbetrag der noch zu nehmenden Urlaubstage und das doppelte Urlaubsgeld, falls Sie dieses noch nicht erhalten haben;
  • für das Urlaubsjahr, das auf das Jahr folgt, in dem der Vertrag ausläuft, das einfache Urlaubsgeld und das vorzeitige doppelte Urlaubsgeld.

Ergänzender Urlaub für Angestellte und Auszubildende im Angestelltenverhältnis

Wenn Sie in diesem Jahr arbeiten und im letzten Jahr nicht gearbeitet haben, haben Sie keinen Anspruch auf reguläre Urlaubstage. Sie haben auch keinen Anspruch auf volle reguläre Urlaubstage (4 Wochen), wenn Sie Ihre Arbeitszeit im Laufe des Jahres erhöht. Dies wird durch den ergänzenden Urlaub aufgefangen, der es Ihnen ermöglicht, „zusätzliche“ Urlaubstage zu nehmen. Das ist ein Anspruch, keine Verpflichtung.

Bedingungen für den Anspruch auf ergänzende Urlaubstage

Um Anspruch auf ergänzenden Urlaub zu haben, müssen 3 Bedingungen erfüllt sein:

  1. Sie befinden sich in einer der folgenden Situationen:
  • Sie starten eine Aktivität.
  • Sie nehmen eine Tätigkeit nach einer Zeit der Arbeitsunterbrechung wieder auf.
  • Für Teilzeitarbeitnehmer:
    • Sie nehmen in dem Jahr, in dem Sie Urlaub nehmen, eine Vollzeitbeschäftigung auf, oder
    • Sie erhöhen Ihre Arbeitszeit und es fehlen Ihnen mindestens 4 Tage, um Anspruch auf 4 Wochen regulären Urlaub zu haben.
  1. Sie haben mindestens 3 Monate (90 Kalendertage) lang eine Tätigkeit ausgeübt - die so genannte „Anlaufphase“.
  2. Sie haben Ihre regulären Urlaubstage aufgebraucht.

Reguläre Urlaubstage für Arbeiter und Auszubildende im Arbeiterverhältnis

Zahlung des Urlaubsgelds für regulären Urlaub

Das Landesamt für den Jahresurlaub (LAJU) oder eine der speziellen Urlaubskassen zahlt das jährliche Urlaubsgeld für den regulären Urlaub der Arbeiter. Der Sektor, in dem Ihr Arbeitgeber tätig ist, bestimmt, welche Urlaubskasse zuständig ist.

Siehe die Liste der verschiedenen Urlaubskassen auf der LAJU-Website.

Urlaubsgeld wird zwischen dem 2. Mai und dem 30. Juni gezahlt. Für weitere Informationen über das effektive Zahlungsdatum, an dem Sie Ihr Urlaubsgeld erwarten können, loggen Sie sich bitte über ‚Mein Urlaubskonto‘ in Ihr Konto ein.

Ihr Arbeitgeber muss keine Schritte für Ihre Anmeldung unternehmen. Dies geschieht automatisch, sobald die zuständige Urlaubskasse die erste Erklärung Ihres Arbeitgebers erhält.

Sie müssen lediglich Ihre Bankkontonummer bei der zuständigen Urlaubskasse angeben.

Berechnung des Urlaubsgelds für regulären Urlaub

Ihre Urlaubskasse berechnet das Urlaubsgeld auf der Grundlage von zwei Elementen:

  • den Lohn, den Sie für die Tage, an denen Sie gearbeitet haben, erhalten haben;
  • den fiktiven Lohn für die Tage der Inaktivität (die Tage, an denen Sie nicht gearbeitet haben), die der regulären tatsächlichen Arbeit gleichgestellt werden.

Sie erhalten den Nettobetrag Ihres Urlaubsgeldes, nach Abzug der Sozial- und Steuerabgaben. Weitere Informationen über die Berechnung des Urlaubsgeldes für regulären Urlaub finden Sie auf der Website des LAJU. Um eine Simulation der Höhe Ihres Urlaubsgeldes durchzuführen, loggen Sie sich über ‚Mein Urlaubskonto‘ in Ihr Konto ein.

Der fiktive Tageslohn

Ihre Urlaubskasse gewährt Ihnen für jeden Tag der Inaktivität einen fiktiven Tageslohn, der einem tatsächlich gearbeiteten Tag gleichgestellt wird. Auf der LAJU-Website finden Sie die Arten von Inaktivitätstagen, die den tatsächlich geleisteten Arbeitstagen gleichgesetzt werden.

Ihre Urlaubskasse ermittelt Ihren durchschnittlichen fiktiven Tageslohn, indem sie Ihr Monatsgehalt in Ihrem Beschäftigungssystem (Vollzeitarbeit/Teilzeitarbeit usw.) durch die Anzahl der Arbeitstage teilt. Wenn es im Urlaubsdienstjahr (das ist das Jahr vor dem Jahr, in dem Sie Ihren Urlaub nehmen) keinen Lohn gibt, basiert Ihre Urlaubskasse auf den Bezügen des Vorjahres oder, falls erforderlich, sogar auf den Bezügen des Jahres davor. Weitere Informationen über die Berechnung des fiktiven Tageslohns finden Sie auf der Website des LAJU.

Berechnung der Dauer Ihres regulären Urlaubs

Ihre Urlaubskasse berechnet die Urlaubstage, auf die Sie im Verhältnis zu Ihren Leistungen während des Urlaubsdienstjahres Anspruch haben. Ihr Beschäftigungssystem (Vollzeitarbeit/Teilzeitarbeit) wird selbstverständlich berücksichtigt.

Ihre Leistungen schließen Folgendes ein:

  • die Tage, an denen Sie gearbeitet haben, und
  • die Tage der Inaktivität, die mit tatsächlich gearbeiteten Tagen gleichgestellt sind.

Sie haben Anspruch auf maximal 24 Tage oder 4 Wochen regulären Urlaub pro Jahr in einem Beschäftigungssystem mit 6-Tage-Woche oder 20 Tage oder 4 Wochen regulären Urlaub in einem Beschäftigungssystem mit 5-Tage-Woche.

Weitere Informationen über die Regeln zur Berechnung des der Dauer Ihres regulären Urlaubs finden Sie auf der Website des LAJU. Um eine Simulation der Berechnung Ihrer Urlaubstage durchzuführen, loggen Sie sich über ‚Mein Urlaubskonto‘ in Ihr Konto ein.

Ergänzender Urlaub für Arbeiter und Auszubildende im Arbeiterverhältnis

Wenn Sie in diesem Jahr arbeiten und im letzten Jahr nicht gearbeitet haben, haben Sie keinen Anspruch auf regulären Urlaub. Selbst wenn Sie Ihre Arbeitszeit im Laufe des Jahres erhöht haben, haben Sie keinen Anspruch auf einen vollen regulären Urlaub (4 Wochen). Das System des ergänzenden Urlaubs ermöglicht es Ihnen, solchen Situationen abzuhelfen und bietet Ihnen die Möglichkeit, ‚ergänzenden‘ Urlaub zu nehmen.

Achtung: Dies ist ein Anspruch, keine Verpflichtung.

Bedingungen für die Inanspruchnahme ergänzender Urlaubstage

Um Anspruch auf ergänzenden Urlaub zu haben, müssen die folgenden 3 Bedingungen erfüllt sein:

  1. Sie müssen sich in einer der folgenden Situationen befinden:
  • Sie starten eine Aktivität, oder
  • Sie nehmen eine Aktivität nach einer Zeit der Inaktivität wieder auf, oder
  • Fall Sie Teilzeitarbeitnehmer sind,
    • wechseln Sie während des Jahres, in dem Sie Urlaub nehmen, auf eine Vollzeitstelle, oder
    • haben Sie Ihre Arbeitszeiten erhöht und es fehlen Ihnen mindestens 4 Tage, um 4 Wochen regulären Urlaub zu erreichen;
  1. Sie müssen eine Tätigkeit während einer Mindestdauer von 3 Monaten (90 Kalendertage) ausgeübt haben, die als „Anlaufphase“ bezeichnet wird;
  2. Sie müssen Ihren regulären Urlaub aufgebraucht haben. Für weitere Informationen über die Anlaufphase (Berechnung, besondere Bedingungen) besuchen Sie bitte die Website des Landesamts für den Jahresurlaub (LAJU). Sie finden auch Beispiele konkreter Situationen, die Sie zu ergänzendem Urlaub berechtigen.

Regulärer Urlaub für nicht-selbstständige Künstler

Zahlung des Urlaubsgelds für regulären Urlaub

Der reguläre Urlaub für nicht-selbstständige Künstler werden vom Landesamt für den Jahresurlaub (LAJU) bezahlt. Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, zahlt Ihnen das LAJU jährlich zwischen dem 2. Mai und dem 30. Juni ein einfaches und doppeltes Urlaubsgeld. Für weitere Informationen über das effektive Zahlungsdatum, an dem Sie Ihr Urlaubsgeld erwarten können, loggen Sie sich bitte über ‚Mein Urlaubskonto‘ in Ihr Konto ein.

Ihr Arbeitgeber muss keine Schritte für Ihre Anmeldung unternehmen. Dies geschieht automatisch, sobald das LAJU die erste Erklärung des Arbeitgebers erhält.

Sie müssen lediglich Ihre Bankkontonummer an das LAJU übermitteln.

Berechnung des Urlaubsgelds für regulären Urlaub

Das LAJU berechnet das Urlaubsgeld auf der Grundlage von Elementen, die je nach Ihrem Status unterschiedlich sind.

Wenn Sie als Künstler mit einem Arbeitsvertrag als Arbeiter arbeiten, berechnet das LAJU Ihr Urlaubsgeld auf der Grundlage der Löhne, die Sie für die Tage erhalten haben, an denen Sie gearbeitet haben, und auf der Grundlage des fiktiven Lohns, der für die Inaktivitätstage (die Tage, an denen Sie nicht gearbeitet haben) gewährt wird, die mit den tatsächlich gearbeiteten Tagen gleichgesetzt (als solche betrachtet) werden.

Weitere Informationen über die Berechnung des Urlaubsgeldes für Künstler mit Arbeitsvertrag eines Arbeiters finden Sie auf der Website des LAJU.

Dort finden Sie auch die Kategorien von Inaktivitätstagen, die gleichgesetzt werden können.

Wenn Sie als Künstler mit einem Arbeitsvertrag als Angestellter arbeiten, berechnet das LAJU Ihr Urlaubsgeld auf der Grundlage der Löhne, die Sie für die Tage erhalten haben, an denen Sie gearbeitet haben, und auf der Grundlage der fiktiven Löhne, die Sie für die entsprechenden Inaktivitätstage erhalten haben. Bitte beachten Sie, dass die gezählten

Inaktivitätstage auf die Arten von Inaktivitätstagen beschränkt sind, die in den Bestimmungen für Angestellte enthalten sind, um jegliche Diskriminierung zu vermeiden.

Wenn Sie als Künstler arbeiten, der pro Dienstleistung bezahlt wird, d. h. ohne Arbeitsvertrag im Sinne des Gesetzes vom 3. Juli 1978, berechnet das LAJU Ihr Urlaubsgeld nur auf der Grundlage der Löhne, die Sie für die Tage erhalten haben, an denen Sie gearbeitet haben. Es gibt kein fiktives Gehalt für die Inaktivitätstage, da sie nicht gleichgesetzt werden können. Auf diese Weise wird jegliche Diskriminierung von bezahlten Mitarbeitern, die an einen Arbeitsvertrag gebunden sind, vermieden.

Sie erhalten den Nettobetrag Ihres Urlaubsgeldes, also nach Abzug der Sozial- und Steuerabgaben.

Weitere Informationen über die Berechnung des Urlaubsgeldes für jeden spezifischen Künstlerstatus finden Sie auf der Website des LAJU.

Wenn Sie eine Simulation der Höhe Ihres Urlaubsgeldes durchführen möchten, loggen Sie sich über ‚Mein Urlaubskonto‘ in Ihr Konto ein.

Der fiktive Tageslohn

Wenn Sie als Künstler mit einem Arbeitsvertrag als Arbeiter oder mit einem Arbeitsvertrag als Angestellter arbeiten, gewährt Ihnen das LAJU einen fiktiven Tageslohn für jeden assimilierten Inaktivitätstag.

Das LAJU ermittelt Ihren durchschnittlichen fiktiven Tageslohn, indem sie Ihr Monatsgehalt in Ihrem Beschäftigungssystem (Vollzeit oder Teilzeit) durch die Anzahl der Arbeitstage teilt. Wenn Sie im Urlaubsdienstjahr (dem Jahr, das dem Jahr vorausgeht, in dem Sie Ihren Urlaub nehmen) keinen Lohn haben, stützt sich das LAJU auf den Lohn des Vorjahres und gegebenenfalls auch auf den Lohn der Jahre davor.

Weitere Informationen über die Berechnung des fiktiven Tageslohns finden Sie auf der Website des LAJU.

Berechnung der Dauer des regulären Urlaubs

Das LAJU berechnet die Urlaubstage, auf die Sie im Verhältnis zu den Leistungen während des Urlaubsdienstjahres Anspruch haben. Ihr Beschäftigungssystem wird selbstverständlich berücksichtigt.

Wenn Sie als Künstler mit einem Arbeitsvertrag als Arbeiter arbeiten, berechnet das LAJU die Dauer Ihres Urlaubs auf der Grundlage der Tage, an denen Sie gearbeitet haben, und der entsprechenden Inaktivitätstage.

Wenn Sie als Künstler mit einem Arbeitsvertrag als Angestellter arbeiten, berechnet das LAJU die Dauer Ihres Urlaubs auf der Grundlage der Tage, an denen Sie gearbeitet haben, und der entsprechenden Inaktivitätstage. Wie bereits erläutert, sind die gezählten Inaktivitätstage auf die Arten von Inaktivitätstagen beschränkt, die in den Bestimmungen für Angestellte enthalten sind.

Wenn Sie als dienstlich bezahlter Künstler ohne Arbeitsvertrag im Sinne des Gesetzes vom 3. Juli 1978 arbeiten, berechnet das LAJU die Dauer Ihres Urlaubs ausschließlich auf der Grundlage der Tage, an denen Sie gearbeitet haben. Inaktivitätstage werden nicht berücksichtigt.

Sie haben Anspruch auf maximal 24 Tage oder 4 Wochen Urlaub pro Jahr in einem Beschäftigungssystem mit 6-Tage-Woche oder 20 Tage oder 4 Wochen Urlaub in einem Beschäftigungssystem mit 5-Tage-Woche.

Weitere Informationen über die allgemeinen Regeln zur Berechnung des der Dauer des regulären Urlaubs finden Sie auf der Website des LAJU.

Wenn Sie eine Simulation der Berechnung Ihrer Urlaubstage durchführen möchten, loggen Sie sich über ‚Mein Urlaubskonto‘ ein.

Ergänzender Urlaub für nicht-selbstständige Künstler

Falls Sie in diesem Jahr arbeiten und im letzten Jahr nicht gearbeitet haben, haben Sie keinen Anspruch auf regulären Urlaub. Selbst wenn Sie Ihre Arbeitszeit im Laufe des Jahres erhöht haben, haben Sie keinen Anspruch auf einen vollen regulären Urlaub (4 Wochen). Das System des ergänzenden Urlaubs ermöglicht es Ihnen, solchen Situationen abzuhelfen und bietet Ihnen die Möglichkeit, ‚ergänzenden‘ Urlaub zu nehmen.

Achtung: Dies ist ein Anspruch, keine Verpflichtung.

Bedingungen für die Inanspruchnahme ergänzender Urlaubstage

Um Anspruch auf ergänzenden Urlaub zu haben, müssen die folgenden 3 Bedingungen erfüllt sein:

  1. Sie müssen sich in einer der folgenden Situationen befinden:
  • Sie starten eine Aktivität, oder
  • Sie nehmen eine Aktivität nach einer Zeit der Inaktivität wieder auf, oder
  • Wenn Sie Teilzeitarbeitnehmer sind,
    • wechseln Sie während des Jahres, in dem Sie Urlaub nehmen, auf eine Vollzeitstelle, oder
    • haben Sie Ihre Arbeitszeiten erhöht und es fehlen Ihnen mindestens 4 Tage, um 4 Wochen regulären Urlaub zu erreichen;
  1. Sie müssen eine Tätigkeit während einer Mindestdauer von 3 Monaten (90 Kalendertage) ausgeübt haben, die als „Anlaufphase“ bezeichnet wird;
  2. Sie müssen Ihren regulären Urlaub aufgebraucht haben.

Für weitere Informationen im Zusammenhang mit der Anlaufphase (Berechnung, besondere Bedingungen) besuchen Sie die Website des Landesamts für den Jahresurlaub (LAJU).

Sie finden auch Beispiele konkreter Situationen, die Sie zu ergänzendem Urlaub berechtigen.

Jugendurlaub

Wenn Sie jünger als 25 Jahre sind und in dem Jahr, in dem Sie Ihr Studium, Ihre Lehre oder Ausbildung abgeschlossen haben, mindestens einen Monat als Arbeitnehmer gearbeitet haben, haben Sie im folgenden Jahr Anspruch auf einen Jugendurlaub.

Um Anspruch auf insgesamt 4 Wochen Urlaub zu haben und Ihren unvollständigen Anspruch auf bezahlten Urlaub zu ergänzen, erhalten Sie vom LfA (Landesamt für Arbeitsbeschaffung) für jeden Jugendurlaub eine Leistung in Höhe von 65 % Ihres Höchstgehalts.

Die Jugendurlaubstage sollten nach Ausschöpfung der bezahlten Urlaubstage genommen werden. Auch Teilzeitbeschäftigte haben Anspruch auf Jugendurlaub.

Seniorenurlaub

Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und nach einem Zeitraum der vollständigen Arbeitslosigkeit oder Invalidität wieder als Arbeitnehmer im privaten Sektor tätig sind, haben Sie in den meisten Fällen keinen Anspruch auf vier Wochen bezahlten Urlaub. Zusätzlich zu Ihrem unvollständigen Anspruch auf bezahlten Urlaub erhalten Sie vom LfA für jeden Seniorenurlaubstag eine Leistung in Höhe von 65 % Ihres Höchstgehalts.

Wenn ein Arbeitnehmer aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht in der Lage ist, seine Arbeit zu verrichten, wird sein Arbeitsvertrag ausgesetzt. In einer ersten Periode bleibt das Gehalt auf Kosten des Arbeitgebers: das ist der garantierte Lohn. Dauert die Arbeitsunfähigkeit über einen längeren Zeitraum an, erhält der Arbeitnehmer ein Ersatzeinkommen, das von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet wird.

Ein Arbeitnehmer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist, muss:

  • den Arbeitgeber sofort informieren
  • dem Arbeitgeber innerhalb der vorgeschriebenen Frist ein ärztliches Attest ausstellen
  • sich gegebenenfalls der Untersuchung eines Kontrollarztes zu unterziehen

Garantierter Lohn während der ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit

Die ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit werden vom Arbeitgeber bezahlt:

  • Für Angestellte wird der Lohn während der ersten 30 Tage der Arbeitsunfähigkeit garantiert.
  • Für Arbeiter wird der Lohn während der ersten 7 Tage garantiert. Danach erhalten sie 7 Tage lang 85,88 % ihres normalen Bruttogehalts. Vom 15. bis zum 30. Tag der Arbeitsunfähigkeit haben Arbeiter Anspruch auf einen Prozentsatz ihres Gehalts, der vom Arbeitgeber zusätzlich zur Krankenversicherung gezahlt wird. Das System für Arbeiter ist so konzipiert, dass sie während der ersten 30 Tage der Arbeitsunfähigkeit ihr normales Nettoentgelt behalten.

Dauert die Arbeitsunfähigkeit lange an, müssen Sie die Krankenkasse mit einer vom behandelnden Arzt ausgefüllten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung informieren. Angestellte müssen die Krankenkasse innerhalb von 28 Tagen und Arbeiter innerhalb von 14 Tagen nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit informieren.

Selbstständige, die ihre berufliche Tätigkeit krankheitsbedingt unterbrechen müssen oder wollen, können sich an einen stellvertretenden Unternehmer wenden. Er übernimmt vorübergehend das Unternehmen. Diese Vertretung ist für maximal 30 Tage pro Jahr möglich, es sei denn, der abwesende Selbstständige ist vorübergehend arbeitsunfähig oder invalide, befindet sich im Mutterschaftsurlaub oder kümmert sich um ein schwerkrankes Kind oder ein todkrankes Familienmitglied. Dann wird dieser Zeitraum an den Krankheitsverlauf angepasst.

Weitere Informationen über den stellvertretenden Unternehmer (auf Französisch)

In Belgien gibt es thematischen Urlaub, der es den Arbeitnehmern ermöglicht, kurze Abwesenheiten zu nehmen oder sogar ihre Arbeitszeit aus verschiedenen Gründen zu reduzieren. Je nach Situation stehen ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Hier sind die verschiedenen Arten des thematischen Urlaubs:

  • Elternurlaub
  • Urlaub für Palliativpflege
  • Urlaub zur Pflege oder zum Beistand eines schwerkranken Haushalts- oder Familienmitglieds
  • Urlaub für nahestehende Hilfspersonen

Der Elternurlaub

In Belgien hat sowohl im Privatsektor als auch im öffentlichen Sektor jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit, Elternurlaub in Anspruch zu nehmen.

Elternurlaub ist ein thematischer Urlaub. Es handelt sich um eine spezifische Form der Vollzeit- oder Teilzeitlaufbahnunterbrechung, die es Arbeitnehmern ermöglicht, ihre Arbeitsleistungen vollständig auszusetzen oder zu verringern, um sich um ihr(e) Kleinkind(er) zu kümmern.

Der Arbeitnehmer kann sich für eine der folgenden Formen des Elternurlaubs entscheiden:

  • Vollzeitelternurlaub: Jeder Vollzeit- oder Teilzeitarbeitnehmer kann die Erfüllung seines Arbeitsvertrags für einen Zeitraum von vier Monaten vollständig aussetzen. Der Zeitraum von vier Monaten kann nach Wahl des Arbeitnehmers in Monate aufgeteilt werden.
  • Halbzeiturlaub: Jeder Vollzeitarbeitnehmer kann während eines Zeitraums von acht Monaten nur noch halbtags arbeiten. Der Zeitraum von acht Monaten kann nach Wahl des Arbeitnehmers aufgeteilt werden. Allerdings muss jeder Antrag sich auf einen Zeitraum von zwei Monaten oder einem Vielfachen dieser Zahl beziehen.
  • 1/5-Elternurlaub: Jeder Vollzeitarbeitnehmer hat das Recht, seine Arbeitsleistungen für einen Zeitraum von 20 Monaten in Form einer Verkürzung um ein Fünftel fortzusetzen. Dieser Zeitraum von 20 Monaten kann nach Wahl des Arbeitnehmers aufgeteilt werden. Allerdings muss jeder Antrag sich auf einen Zeitraum von fünf Monaten oder einem Vielfachen dieser Zahl beziehen.
  • 1/10-Elternurlaub: Jeder Vollzeitarbeitnehmer hat das Recht, seine Arbeitsleistungen mit Zustimmung des Arbeitgebers für einen Zeitraum von 40 Monaten in Form einer Verkürzung um ein Zehntel fortzusetzen. Dieser Zeitraum von 40 Monaten kann aufgeteilt werden. Allerdings muss jeder Antrag sich auf einen Zeitraum von zehn Monaten oder einem Vielfachen dieser Zahl beziehen.

Der Übergang von einer Form des Elternurlaubs zu einer anderen ist möglich. Hierbei entspricht ein Monat Vollzeitelternurlaub zwei Monaten Halbzeitelternurlaub, fünf Monaten 1/5-Elternurlaub und zehn Monaten 1/10-Elternurlaub.

Das Recht auf Elternurlaub gilt pro Kind, das die Altersbedingungen erfüllt, für beide Elternteile individuell und sofern die zwei Elternteile den Elternurlaub in Anspruch nehmen können.

Jeder Arbeitnehmer kann den Elternurlaub innerhalb eines Zeitraums, der ab der Geburt des Kindes beginnt und bis zu dessen 12. Lebensjahr geht, in Anspruch nehmen. Die Altersgrenze liegt jedoch bei 21 Jahren, wenn das Kind körperlich oder geistig behindert ist.

Für den Anspruch auf Elternurlaub gibt es eine Dienstaltersbedingung. Tatsächlich kann der Arbeitnehmer dieses Recht auf Elternurlaub nur geltend machen, wenn er in den 15 Monaten, die dem schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber vorausgehen, für einen Zeitraum von 12 Monaten (nicht unbedingt durchgehend) durch einen Arbeitsvertrag an den Arbeitgeber gebunden war.

Das Recht auf Elternurlaub besteht auch im Fall von Adoption.

Unterbrechungszulage

Grundsätzlich erhält der Arbeitnehmer während des Elternurlaubs eine Unterbrechungszulage zu Lasten des Landesamtes für Arbeitsbeschaffung (LfA).

Weitere Informationen über Elternurlaubsgeld sind auf der Website des LfA erhältlich.

Der Urlaub für Palliativpflege

Der Urlaub für Palliativpflege ermöglicht es jedem Arbeitnehmer, die Erfüllung seines Arbeitsvertrags ganz auszusetzen oder seine Arbeitsleistungen zu kürzen, um sich der Palliativpflege einer unheilbar erkrankten Person zu widmen. Diese Person muss nicht unbedingt ein Familienangehöriger sein.

Palliativpflege ist jede Form von Pflege sowie medizinischer, sozialer, administrativer oder psychologischer Begleitung für Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit im Endstadium leiden.

Das Recht auf Urlaub zur Palliativpflege kann wie folgt wahrgenommen werden:

  • Jeder Vollzeit- oder Teilzeitarbeitnehmer kann die Arbeitsleistungen für einen Zeitraum von maximal einem Monat pro Patient vollständig aussetzen. Dieser Zeitraum kann zweimal um einen Monat verlängert werden.
  • Jeder Vollzeitarbeitnehmer kann seine Arbeitsleistungen für einen Zeitraum von maximal einem Monat pro Patient um ein Fünftel oder die Hälfte kürzen. Dieser Zeitraum kann zweimal um einen Monat verlängert werden.
  • Jeder Teilzeitarbeitnehmer, dessen durchschnittliche Arbeitszeit mindestens ¾ der wöchentlichen Arbeitszeit eines Vollzeitarbeitnehmers ausmacht, kann seine Arbeitsleistungen pro Patient für einen maximalen Zeitraum von einem Monat auf eine Halbzeitbeschäftigung kürzen. Dieser Zeitraum kann zweimal um einen Monat verlängert werden.

Der Urlaub beginnt am ersten Tag der Woche nach der Woche, im Laufe deren der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine Bescheinigung vom behandelnden Arzt übergibt oder mit Einverständnis des Arbeitgebers zu einem früheren Zeitpunkt.

Unterbrechungszulage

Weitere Informationen über den Anspruch auf Unterbrechungszulagen während des Urlaubs für Palliativpflege finden Sie auf der Website des Landesamts für Arbeitsbeschaffung (LfA)

Der Urlaub zur Pflege oder zum Beistand eines schwerkranken Haushalts- oder Familienmitglieds

Jeder Arbeitnehmer des Privatsektors hat das Recht, die Erfüllung seines Arbeitsvertrags ganz auszusetzen oder seine Arbeitsleistungen zu kürzen, um ein schwerkrankes Haushalts- oder Familienmitglied zu pflegen oder ihm beizustehen.

Um einem schwerkranken Haushalts- oder Familienmitglied beizustehen, verfügt der Arbeitnehmer über verschiedene Möglichkeiten:

  • Pro Patient kann jeder Vollzeit- oder Teilzeitarbeitnehmer seine Arbeitsleistungen für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten vollständig aussetzen. Diese Unterbrechungen müssen jeweils in Zeitabschnitten von mindestens einem Monat bis zu höchstens 3 Monaten genommen werden.
  • Jeder Vollzeitarbeitnehmer kann seine Arbeitsleistungen für einen Zeitraum von maximal 24 Monaten pro Patient um ein Fünftel oder die Hälfte kürzen.  Diese Zeiträume von Verkürzung der Arbeitsleistungen müssen jeweils in Zeitabschnitten von mindestens einem Monat bis zu höchstens 3 Monaten genommen werden.
  • Jeder Teilzeitarbeitnehmer, dessen Arbeitszeit mindestens ¾ der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit eines Vollzeitarbeitnehmers ausmacht, kann seine Arbeitsleistungen pro Patient für einen maximalen Zeitraum von 24 Monaten auf eine Halbzeitbeschäftigung kürzen. Diese Zeiträume von Verkürzung der Arbeitsleistungen müssen jeweils in Zeitabschnitten von mindestens einem Monat bis zu höchstens 3 Monaten genommen werden.

Unterbrechungszulage

Weitere Informationen zu den Zulagen im Rahmen des Urlaubs für medizinischen Beistand finden Sie auf der Website des Landesamts für Arbeitsbeschaffung (LfA).

Der Urlaub für nahestehende Hilfspersonen

Seit dem 1. September 2020 ist ein neuer thematischer Urlaub für Arbeitnehmer eingeführt worden, die als nahestehende Hilfspersonen einer pflegebedürftigen Person anerkannt sind. Die nahestehende Hilfsperson bietet der zu betreuenden Person dauerhaft oder regelmäßig Hilfe und Unterstützung.

Arbeitnehmer, die diesen neuen thematischen Urlaub in Anspruch nehmen möchten, müssen die gesetzlich festgelegten Bedingungen erfüllen und insbesondere als nahestehende Hilfspersonen anerkannt sein.  Um diese Anerkennung zu erhalten, muss die nahestehende Hilfsperson unter anderem:

  • Ein Vertrauensverhältnis oder eine emotionale oder geografische Nähe zu der betreuten Person aufgebaut haben
  • Einen ständigen und tatsächlichen Wohnsitz in Belgien haben
  • Im Bevölkerungsregister oder im Ausländerregister eingetragen sein

Hilfe und Unterstützung darf nicht auf beruflicher Ebene geleistet werden, sondern muss kostenlos und in Zusammenarbeit mit mindestens einer professionellen Hilfskraft erfolgen.

Arbeitnehmer, die als nahestehende Hilfspersonen anerkannt werden, können diesen neuen thematischen Urlaub beim Arbeitgeber beantragen und eine Zulage vom Landesamt für Arbeitsbeschaffung (LfA) erhalten.

Ein Antragsformular und ein Informationsblatt sind auf der Website des Landesamtes für Arbeitsbeschaffung (LfA) verfügbar.

Weitere Informationen über den Elternurlaub und den thematischen Urlaub finden Sie auf der Website des FÖD Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung (auf Französisch) und auf der Website des Landesamts für Arbeitsbeschaffung (LfA).

FÖD Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung

Kontaktzentrum der Arbeitsinspektion:

Landesamt für Arbeitsbeschaffung (LfA):