Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit

In Belgien muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit und Sicherheit der ArbeitnehmerInnen bei der Arbeit zu gewährleisten.

Allgemeine Grundsätze der Politik des Wohlbefindens

Das Gesetz über das Wohlbefinden der Arbeitnehmer bei der Ausführung ihrer Arbeit verpflichtet den Arbeitgeber grundsätzlich, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Wohlbefinden der Arbeitnehmer bei der Ausführung ihrer Arbeit zu fördern. Dazu muss er die Grundsätze der Gefahrenverhütung beachten, die sich aus der Rahmenrichtlinie Sicherheit und Gesundheitsschutz ergeben.

Allgemeine Verpflichtungen:

  • Vermeidung von Risiken
  • Abschätzung nichtvermeidbarer Risiken
  • Gefahrenbekämpfung an der Quelle
  • Ausschaltung oder Verringerung von Gefahrenmomenten
  • Vorrang des kollektiven Gefahrenschutzes vor individuellem Gefahrenschutz
  • Berücksichtigung des Faktors "Mensch" bei der Arbeit, insbesondere bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen sowie bei der Auswahl von Arbeitsmitteln und Arbeits- und Fertigungsverfahren, vor allem im Hinblick auf eine erträglichere Gestaltung eintöniger Arbeit und eines maschinenbestimmten Arbeitsrhythmus sowie auf eine Abschwächung ihrer gesundheitsschädigenden Auswirkungen

Diese werden durch die folgenden Grundsätze ergänzt oder präzisiert:

  • Weitestgehende Begrenzung der Risiken unter Berücksichtigung der technologischen Entwicklungen
  • Begrenzung des Risikos ernsthafter Verletzungen durch das Ergreifen materieller Maßnahmen, die Vorrang vor allen anderen Maßnahmen haben
  • Verpflichtung zur Information der Arbeitnehmer und die Notwendigkeit, geeignete Anweisungen zu erteilen
  • Planung der Gefahrenverhütung und die Umsetzung der Politik des Wohlbefindens mit dem Ziel eines integrierten Ansatzes
  • Festlegung der Mittel für die Politik des Wohlbefindens und die Bestimmung der Zuständigkeit und Verantwortlichkeit der mit ihrer Durchführung betrauten Personen

Prinzip der Risikobewertung spielt eine zentrale Rolle. Es geht darum, zu untersuchen, welchen Risiken ein Arbeitnehmer ausgesetzt sein kann.

Sobald die Risiken identifiziert sind, müssen sie bewertet werden und gegebenenfalls müssen Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu verhindern, an der Quelle zu beseitigen oder zu verringern. In diesen Fällen wird auf das Risiko selbst eingewirkt.

Darüber hinaus sind auch allgemeinere Gefahrenverhütungsmaßnahmen vorgesehen, wie z.B. die Wahl von kollektiven Schutzausrüstungen zusätzlich zu individuellen Schutzausrüstungen. Es ist immer wichtig, auf die materiellen Bedingungen selbst einzuwirken. Die Risiken müssen begrenzt werden. Ein Nullrisiko gibt es jedoch nicht. Es bleiben Restrisiken, die Maßnahmen zur Ausbildung und Information der Arbeitnehmer erfordern.

Darüber hinaus muss diese Politik in das gesamte Unternehmensmanagement integriert werden. In diesem Zusammenhang muss auch die Politik des Wohlbefindens der Arbeitnehmer regelmäßig neu bewertet werden und der Arbeitgeber muss die Ziele, Mittel und Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Gefahrenverhütung festlegen.

Um mögliche Risiken für die Arbeitnehmer zu ermitteln, muss der Arbeitgeber sich an einen internen oder externen Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz wenden. Dieser Dienst hat die Aufgabe, die Risiken zu bewerten und die medizinische Überwachung der Arbeitnehmer zu organisieren.

Die allgemeinen Grundsätze in Bezug auf die Risikoanalyse, die Regeln zur Gefahrenverhütung, die Verpflichtungen der Führungskräfte, die Regeln in Bezug auf die Information und Ausbildung der Arbeitnehmer und die Maßnahmen in Notfallsituationen werden im Gesetzbuch über das Wohlbefinden bei der Arbeit ausführlicher dargelegt.

Der Arbeitgeber ist also für die Umsetzung einer Politik des Wohlbefindens im Unternehmen verantwortlich. Jeder Arbeitgeber muss in erster Linie einen geplanten und strukturierten Ansatz zur Gefahrenverhütung durch ein dynamisches Risikoverwaltungssystem haben. Er muss die allgemeine Politik ausarbeiten und dem Führungspersonal Anweisungen zu deren Durchführung geben. Die letztendliche Verantwortung liegt ganz beim Arbeitgeber.

Risikoanalyse

Es ist wichtig, dass die Risikoanalyse auf einer umfassenden und interaktiven Analyse aller im Unternehmen vorhandenen Berufsrisiken basiert. Eine der größten Schwierigkeiten bei der Risikoanalyse liegt in der Vielzahl der möglichen Risiken in den Unternehmen: Sicherheit (Feuer, Elektrizität, Arbeit an hoch gelegenen Arbeitsplätzen, Rutschgefahr, Stürze usw.), gefährliche chemische, biologische und physikalische Stoffe, psychosoziale Risiken, Muskel-Skelett-Erkrankungen usw.

Obwohl es viele Methoden zur Durchführung der Risikoanalyse gibt, besteht keine Verpflichtung zur Anwendung einer Methode anstelle einer anderen, aber es müssen Ergebnisse im Hinblick auf die Gefahrenverhütung erzielt werden. Mit anderen Worten, es werden keine Mittel vorgeschrieben, sondern Ergebnisse gefordert. Wie diese Ziele erreicht werden sollen, bleibt dem Arbeitgeber überlassen.

Um Um sie zu verwirklichen, bestimmt der Arbeitgeber:

a) die Mittel und Modalitäten, mit denen die Politik des Wohlbefindens der Arbeitnehmer bei der Ausführung ihrer Arbeit umgesetzt werden kann;

b) die Befugnisse und Verantwortlichkeiten der Personen, die mit der Durchführung der Politik des Wohlbefindens der Arbeitnehmer bei der Ausführung ihrer Arbeit beauftragt sind.

Die Wahl der für die Risikoanalyse verwendeten Methode(n) ist dabei wichtig. Diese Wahl muss entsprechend der Größe des Unternehmens, den vorhandenen Kenntnissen im Unternehmen und den verfolgten Zielen erfolgen: Sensibilisierung der Arbeitnehmer, Identifizierung und Klassifizierung der Risiken, Bestimmung der am stärksten gefährdeten Dienste oder Einheiten, Festlegung von Gefahrenverhütungsmaßnahmen, Ermittlung der Anzahl der Personen mit Gesundheitsproblemen usw.

Vor der Wahl der besten Methode(n) ist es wichtig, dass die Akteure (Arbeitgeber, Unternehmensleitung, Experten wie die Dienste für Gefahrenverhütung der Versicherer, die Gefahrenverhütungsberater der internen oder externen Dienste für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz sowie die Arbeitnehmer) die richtigen Fragen stellen und klare Ziele festlegen. Die Risikoanalyse muss umfassend sein. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben, da zwischen den verschiedenen Risiken Zusammenhänge bestehen.

Die Risikoanalyse erfolgt auf drei Ebenen:

  • der Organisation in ihrer Gesamtheit
  • jeder Gruppe von Arbeitsplätzen oder Funktionen
  • der Einzelperson

Die Risikoanalyse besteht aus drei Phasen:

  • Ermittlung der Gefahren
  • Definition und Bestimmung von Risiken
  • Abschätzung der Risiken

Die SOBANE-Strategie

Die SOBANE-Strategie (auf Französisch), die von der Generaldirektion Humanisierung der Arbeit des FÖD Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung kostenlos angeboten und verbreitet wird und mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds entwickelt wurde, ist eine der Methoden zur Einführung einer wirksamen und nachhaltigen Gefahrenverhütungspolitik in Unternehmen.

Wo finden Sie die SOBANE-Instrumente?

Die Akteure der Risikoanalyse

Die Risikoanalyse erfolgt gemeinsam, alle im Unternehmen müssen daran teilhaben: Arbeitgeber, Unternehmensleitung, Experten (wie der Dienst für Gefahrenverhütung der Versicherer, die Gefahrenverhütungsberater der internen oder externen Dienste für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz) und alle Arbeitnehmer.

•  In einem kleinen oder mittleren Unternehmen ist davon auszugehen, dass der Arbeitgeber die Hauptrisikofaktoren anhand des Déparis-Leitfadens (auf Französisch) selbst identifizieren kann. Die Anwesenheit eines externen Gefahrenverhütungsberaters ist jedoch in der Regel für die Beobachtung erforderlich, es sei denn, der interne Gefahrenverhütungsberater hat eine zusätzliche Ausbildung der Stufe I oder II erhalten.

• In einem großen Unternehmen muss ein interner Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz vorhanden sein. Seine Beteiligung führt zu einer detaillierteren Risikoanalyse. Bei Aufgaben und Aufträgen, für die der interne Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz nicht oder nur unzureichend über Fachkenntnisse verfügt, wird ein externer Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz hinzugezogen.

Die Gefahrenverhütungsberater

Die Risikoanalyse muss mit der Hilfe von Gefahrenverhütungsberatern durchgeführt werden, die über die erforderlichen Fachkenntnisse, Mittel und Techniken verfügen. Die gesetzlichen Aufgaben des Gefahrenverhütungsdienstes betreffen nicht nur die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer, sondern auch die psychosozialen Aspekte im Zusammenhang mit der Arbeitsumgebung (wie Belästigung, Burn-out usw.) sowie die Ergonomie am Arbeitsplatz und die Arbeitshygiene. Hierfür kann der Arbeitgeber auf seine eigenen Arbeitnehmer mit den erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten zurückgreifen. In diesem Fall kann der interne Gefahrenverhütungsdienst selbst alle ihm durch die Gesetzgebung über Wohlbefinden zugewiesenen Aufgaben ausführen. Sofern der Arbeitgeber selbst nicht über das erforderliche Personal verfügt, muss er sich an einen externen Dienst wenden, der spezifisch für diese Aufgabe eingerichtet und anerkannt wurde. Dies sind in der Regel externe Gefahrenverhütungsberater, die eng mit den internen Gefahrenverhütungsberatern zusammenarbeiten (aber diese nicht ersetzen, z.B. Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsarzt, Gefahrenverhütungsberater für psychosoziale Aspekte usw.).

  • Die Analyse der psychosozialen Risiken wird vom Arbeitgeber mit der Beteiligung der Arbeitnehmer durchgeführt. Der Arbeitgeber bezieht den Gefahrenverhütungsberater für psychosoziale Aspekte mit ein, wenn dieser dem internen Dienst angehört. Andernfalls bezieht der Arbeitgeber den Gefahrenverhütungsberater für psychosoziale Aspekte des externen Dienstes ein, wenn die Komplexität der Analyse dies erfordert.
  • Der Arbeitgeber führt in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gefahrenverhütungsberater und dem Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsarzt die Risikoanalyse für jede Tätigkeit durch, bei der ein Risiko durch die Exposition gegenüber biologischen Stoffen entstehen kann.

Für bestimmte Probleme kann derer Arbeitgeber Experten von außerhalb des Unternehmens hinzuziehen, die keinem externen Dienst angehören. Diese Bestimmung soll es dem Arbeitgeber ermöglichen, sich an spezialisierte Einrichtungen zu wenden, um beispielsweise eine bestimmte technische Messung in Bezug auf die Arbeitshygiene durchführen zu lassen oder den Arbeitnehmern eine Ausbildung zur Brandbekämpfung anzubieten.

Schließlich ist es auch sehr wichtig, dass die Analysemethoden von und mit allen Akteuren im Unternehmen, einschließlich der Arbeitnehmer, angewendet werden. Durch die Beteiligung der Arbeitnehmer an allen Phasen der Risikoanalyse können schnell die wirksamsten Gefahrenverhütungsmaßnahmen ermittelt werden, die der Realität vor Ort am besten entsprechen. Dies fördert auch die praktische Umsetzung der Maßnahmen und deren Einhaltung im Alltag.

Verpflichtungen in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz für alle Unternehmen

In Belgien muss jedes Unternehmen eine Gefahrenverhütungspolitik entwickeln und einen Gefahrenverhütungsberater am Arbeitsplatz haben.

Der Arbeitgeber muss die Arbeitnehmer durch ein dynamisches Risikoverwaltungssystem schützen. Nach der Risikoanalyse werden die vorbeugenden Maßnahmen in einem Globalplan zur Gefahrenverhütung festgelegt, der als Grundlage für den jährlichen Aktionsplan dient.

Der Globalplan zur Gefahrenverhütung bietet einen Überblick über die im Unternehmen vorhandenen Risiken und erläutert, wie diese Risiken vermieden, an der Quelle beseitigt oder begrenzt werden können. Im Globalplan zur Gefahrenverhütung müssen die Unternehmenstätigkeiten, die Arbeitsverfahren und die Größe des Unternehmens berücksichtigt werden.

1. Interner Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz (IDGS)

Jeder Arbeitgeber muss einen internen Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz (IDGS) einrichten, sobald er einen Arbeitnehmer beschäftigt. Zu diesem Zweck verfügt jeder Arbeitgeber über mindestens einen internen Gefahrenverhütungsberater.

Wenn das Unternehmen weniger als 20 Arbeitnehmer beschäftigt, kann der Arbeitgeber diese Funktion selbst ausüben.

Die Gruppe, zu der das Unternehmen gehört (A-B-C-D), bestimmt das vom internen Gefahrenverhütungsberater geforderte Ausbildungsniveau (Grundkenntnisse, Stufe II oder Stufe I), aber auch die Aufträge und Aufgaben des internen Dienstes.

Kann der interne Dienst nicht alle ihm anvertrauten Aufgaben selbst ausführen, so kann der Arbeitgeber zusätzlich einen externen Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz hinzuziehen.

Gruppe D umfasst die Unternehmen, die weniger als 20 Arbeitnehmer beschäftigen und in denen der Arbeitgeber selbst die Funktion des Gefahrenverhütungsberaters wahrnimmt. Wenn sich der Arbeitgeber dennoch dafür entscheidet, einen Mitarbeiter als Gefahrenverhütungsberater zu ernennen, gehört das Unternehmen dadurch automatisch zur Gruppe C.

Um festzustellen, zu welcher Gruppe Ihr Unternehmen gehört, müssen zwei Kriterien berücksichtigt werden:

  1. Die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter (in Vollzeitäquivalenten)
GruppeBeschreibung
A> 1000 Arbeitnehmer
BZwischen 200 und 1000 Arbeitnehmer (und nicht zur Gruppe A gehörend aufgrund erhöhter Risiken im Unternehmen) 
CWeniger als 200 Arbeitnehmer (und nicht zur Gruppe A oder B gehörend aufgrund erhöhter Risiken im Unternehmen)
DWeniger als 20 und der Arbeitgeber ist selbst der interne Gefahrenverhütungsberater.
  1. Die Art der Risiken im Unternehmen (je größer die Risiken, desto schneller wird Ihr Unternehmen in eine höhere Gruppe eingestuft).
    Bestimmte Industriezweige, die risikoreiche Tätigkeiten verrichten, werden einer höheren Gruppe zugeordnet, ohne die erforderliche Anzahl von Arbeitnehmern zu beschäftigen.
 Zahl der Arbeitnehmer
Art des UnternehmensABC
Herstellung von GrundchemikalienAb 5120-501-19

Um zu klären, um welche Tätigkeiten es sich handelt, verweist der Föderale Öffentliche Dienst für Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung auf die Tabelle der NACE-BEL-Code von 2008.

2. Identifizierungsdokument des IDGS: ein unerlässliches Dokument

Sobald Sie einen Arbeitnehmer beschäftigen, müssen Sie einen internen Dienst für Gefahrenverhütung einrichten und ein „IDGS-Ausweisdokument (auf Französisch)“ erstellen. Das Identifizierungsdokument muss dem mit der Überwachung beauftragten Beamten zur Verfügung gehalten werden.

In diesem Dokument wird Folgendes vermerkt:

  • Identifizierung des Arbeitgebers
  • Zusammensetzung des internen Dienstes (Namen der Gefahrenverhütungsberater, deren Qualifikation und Dauer ihrer Leistungen)
  • im internen Dienst vertretene Fachkenntnisse
  • Aufträge, die vom internen Dienst ausgeführt werden
  • administrative, technische und finanzielle Mittel, über die der interne Dienst verfügt
  • Stellungnahmen des Ausschusses
3. Der Jahresbericht des Internen Dienstes: eine Verpflichtung für den internen Gefahrenverhütungsberater

Es handelt sich um einen Bericht über die Arbeitsweise und die Aktivitäten Ihres Internen Dienstes für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz im vergangenen Jahr.

Der Jahresbericht enthält sämtliche Informationen des vergangenen Jahres über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer in Ihrem Unternehmen: statistische Daten über Arbeitsunfälle, im vergangenen Jahr durchgeführte Maßnahmen, Gefahrenverhütungs- und Schutzstruktur im Unternehmen und Informationen über den externen Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz. Die Erstellung des Jahresberichts ist Aufgabe des internen Gefahrenverhütungsberaters.

Wo können Sie eine Berichtsvorlage erhalten?

Der Föderale Öffentliche Dienst (FÖD) Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung stellt auf seiner Website drei verschiedene Arten von Jahresberichten zur Verfügung.

4. Koordination am Arbeitsplatz

Das Gesetz vom 4. August 1996 über das Wohlbefinden der Arbeitnehmer bei der Ausführung ihrer Arbeit führt allgemeine Bestimmungen ein, die die verschiedenen Aspekte der Beschäftigung an ein und demselben Arbeitsplatz oder an angrenzenden oder benachbarten Arbeitsplätzen betreffen.

  • Verschiedene Unternehmen oder Einrichtungen, die an ein und demselben Arbeitsplatz tätig sind, wo Arbeitnehmer arbeiten, sind verpflichtet, bei der Durchführung der Maßnahmen in Bezug auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer zusammenzuarbeiten, ihre Tätigkeiten zu koordinieren und sich gegenseitig die notwendige Information zu übermitteln.
  • Es gibt spezielle Regeln für die Koordination zwischen dem Arbeitgeber eines Unternehmens und Dritten außerhalb dieses Unternehmens (externen Arbeitgebern oder externen Selbstständigen), die in das Unternehmen kommen, um Arbeiten/Tätigkeiten auszuführen.
5. Unternehmen mit mindestens 50 Arbeitnehmern     

Sobald durchschnittlich mindestens 50 Personen in Ihrem Unternehmen beschäftigt sind, müssen Sozialwahlen organisiert werden. Diese finden alle vier Jahre statt. Bei diesen Wahlen wählen die Arbeitnehmer ihre Vertreter im Ausschuss für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz (AGSA). Dieses paritätische Konzertierungsorgan sorgt für das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Einstufung der Arbeitgeber in Gruppen

Laut der Gesetzgebung über das Wohlbefinden der Arbeitnehmer werden die Arbeitgeber in vier Gruppen eingeteilt: A, B, C und D.

Um festzustellen, zu welcher Gruppe ein Unternehmen gehört, müssen zwei Kriterien berücksichtigt werden:

a. Die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter (berechnet in Vollzeitäquivalenten)

GruppeBeschreibung
A> 1000 Arbeitnehmer
BZwischen 200 und 1000 Arbeitnehmer (und nicht zur Gruppe A gehörend aufgrund erhöhter Risiken im Unternehmen) 
CWeniger als 200 Arbeitnehmer (und nicht zur Gruppe A oder B gehörend aufgrund erhöhter Risiken im Unternehmen)
DWeniger als 20 und der Arbeitgeber ist selbst der interne Gefahrenverhütungsberater.

b. Die Art der Risiken im Unternehmen (je größer die Risiken, desto schneller wird Ihr Unternehmen in eine höhere Gruppe eingestuft).

Bestimmte Industriezweige, die risikoreiche Tätigkeiten verrichten, werden einer höheren Gruppe zugeordnet, ohne die erforderliche Anzahl von Arbeitnehmern zu beschäftigen.

Die Gruppe, in die ein Unternehmen eingestuft wird, bestimmt die Aufgaben, die der interne oder externe Dienst für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz ausführen muss, sowie das Ausbildungsniveau des Gefahrenverhütungsberaters bzw. der Gefahrenverhütungsberater.

Minimale zusätzliche Ausbildung
Gruppe (Unternehmen oder technische Betriebseinheit)Mit der Leitung des Dienstes beauftragter GefahrenverhütungsberaterAndere Gefahrenverhütungsberater 
AStufe IStufe II
BStufe IIkeine zusätzliche Ausbildung erforderlich, aber ausreichende Fachkenntnisse (Stufe 3)
Ckeine zusätzliche Ausbildung erforderlich, aber ausreichende Fachkenntnisse (Stufe 3)keine zusätzliche Ausbildung erforderlich, aber ausreichende Fachkenntnisse (Stufe 3)
Dkeine zusätzliche Ausbildung erforderlich, aber ausreichende Fachkenntnisse (Stufe 3)keine zusätzliche Ausbildung erforderlich, aber ausreichende Fachkenntnisse (Stufe 3)

Besondere Risiken

Die Vorschriften in Bezug auf das Wohlbefinden gelten in allen Sektoren, in denen Arbeitnehmer beschäftigt sind. In der Praxis treten bestimmte Risiken (z.B. ionisierende Strahlungen, Absturzgefahr, chemische Stoffe usw.) nur oder häufiger in bestimmten Tätigkeitssektoren oder Unternehmen auf (z.B. medizinischer Bereich, zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Baustellen, Kunststoffhersteller usw.).

Das Gesetzbuch über das Wohlbefinden bei der Arbeit verpflichtet den Arbeitgeber, alle möglichen Risiken, die in seinem Unternehmen auftreten können, zu berücksichtigen und die erforderlichen Gefahrenverhütungsmaßnahmen zu ergreifen, um das Wohlbefinden der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Das Gesetzbuch enthält spezifische Bestimmungen zur Umsetzung einer Gefahrenverhütungspolitik für bestimmte genau definierte Risiken und Arbeitsplätze.

Zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Baustellen

Auf zeitlich begrenzten oder ortsveränderlichen Baustellen sind verschiedene Arbeitgeber und Selbständige mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt. Um auf diesen Baustellen eine echte Gefahrenverhütungspolitik umzusetzen, müssen die von jedem dieser Arbeitgeber ergriffenen Maßnahmen koordiniert werden.

Das Gesetz über das Wohlbefinden nennt die Akteure, die Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Arbeit auf zeitlich begrenzten oder ortsveränderlichen Baustellen haben, wobei die Rolle des Sicherheitskoordinators von größter Bedeutung ist.

Größe der Baustellen

Die Gesetzgebung unterscheidet zwischen Baustellen mit einer Gesamtfläche von 500 m² oder mehr und kleineren Baustellen. Für letztere gelten weniger strenge Regeln.

Ein weiteres Kriterium ist die Ausführung von "gefährlichen Arbeiten" oder "Arbeiten mit erhöhtem Risiko". Dazu gehören unter anderem Arbeiten, bei denen die Arbeitnehmer der Gefahr des Verschüttetwerdens, des Versinkens oder des Absturzes, chemischen oder biologischen Stoffen bzw. ionisierenden Strahlungen ausgesetzt sind oder bei denen unterirdische Arbeiten ausgeführt werden müssen.

Ein drittes wichtiges Kriterium ist die voraussichtliche Dauer der Arbeiten. Wenn der voraussichtliche Arbeitsumfang 500 Manntage übersteigt oder wenn die voraussichtliche Dauer der Arbeiten mehr als 30 Arbeitstage beträgt und zu einem oder mehreren Zeitpunkten mehr als 20 Arbeitnehmer gleichzeitig dort beschäftigt werden, dann handelt es sich um "Arbeiten größeren Umfangs". Auch hier gelten strengere Regeln.

Sicherheitskoordinatoren

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Einführung von Koordinatoren. Wenn mindestens zwei Unternehmer auf einer Baustelle tätig sind, müssen ein Projektkoordinator und ein Ausführungskoordinator bestellt werden. Die Unternehmer dürfen die Arbeiten erst in Angriff nehmen, nachdem ein Ausführungskoordinator bestellt worden ist.

Bei Baustellen mit einer Gesamtfläche von 500 m² oder mehr werden die Koordinatoren immer vom Bauherrn bestellt. Bei Baustellen mit einer Gesamtfläche von weniger als 500 m² werden sowohl der Projektkoordinator als auch der Ausführungskoordinator vom Architekten bestellt und, wenn die Mitarbeit eines Architekten nicht erforderlich ist, vom Hauptunternehmer oder vom ersten Unternehmer, der einen Vertrag mit dem Bauherrn abschließt.

Um die Gesamtfläche zu bestimmen, werden alle Flächen der verschiedenen Ebenen und der Bauwerke, die Teil desselben Projekts sind, addiert. Bei Umbau werden nur die Flächen der Räumlichkeiten oder Zonen berücksichtigt, in denen Umbauarbeiten ausgeführt werden.

Projektkoordinator

Der Projektkoordinator stellt sicher, dass die allgemeinen Gefahrenverhütungsgrundsätze bereits in der Planungsphase angewandt werden. Er führt eine Risikoanalyse durch und erstellt auf dieser Grundlage einen Sicherheits‑ und Gesundheitsschutzplan. Dieser Plan enthält die Maßnahmen zur Verhütung der Gefahren, die verhindern sollen, dass die Arbeitnehmer bei der Ausführung der Arbeit den ermittelten Risiken ausgesetzt werden. Der Plan muss auch die Risiken berücksichtigen, die sich infolge der Aufeinanderfolge der Tätigkeiten sowie der Wechselwirkungen zwischen den Tätigkeiten und mit der Umgebung ergeben können.

Ausführungskoordinator

Der Ausführungskoordinator spielt eine Rolle bei der Ausführung der Arbeiten. Er stellt sicher, dass der Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan von allen Unternehmern und Subunternehmern eingehalten wird. Der Ausführungskoordinator kann dieselbe Person sein wie der Projektkoordinator.

Während der Dauer der Arbeiten muss der Ausführungskoordinator ein Koordinationstagebuch führen. In diesem Dokument werden die Elemente und Bemerkungen in Bezug auf die Koordinierung und die Ereignisse auf der Baustelle vermerkt. Auf Baustellen mit einer Gesamtfläche von weniger als 500 m² kann das Koordinationstagebuch durch eine schriftliche Notifizierung ersetzt werden.

Eröffnung und Beendigung einer zeitlich begrenzten oder ortsveränderlichen Baustelle

Bei der Eröffnung einer zeitlich begrenzten oder ortsveränderlichen Baustelle muss eine Vorankündigung an die zuständige Außendienststelle der Generaldirektion Kontrolle des Wohlbefindens am Arbeitsplatz (die früheren technischen und ärztlichen Inspektionen) ergehen.

Eine Vorankündigung ist für folgende zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Baustellen notwendig:

  • Jede zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Baustelle, auf der eine oder mehrere gefährliche Arbeiten ausgeführt werden und deren Gesamtdauer fünf Arbeitstage übersteigt;
  • Jede zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Baustelle, deren voraussichtlicher Arbeitsumfang 500 Manntage übersteigt oder wenn die voraussichtliche Dauer der Arbeiten mehr als 30 Arbeitstage beträgt und zu einem oder mehreren Zeitpunkten mehr als 20 Arbeitnehmer gleichzeitig dort beschäftigt werden.

Am Ende seines Auftrags muss der Sicherheitskoordinator dem bzw. den Bauherr(en) ein Exemplar des aktualisierten Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans, des eventuellen aktualisierten Koordinationstagebuchs und der Akte für spätere Arbeiten übermitteln.

Weitere Informationen zu Beginn und Ende einer zeitlich begrenzten oder ortsveränderlichen Baustelle (auf Französisch)

Risikoanalyse und Gefahrenverhütungsmaßnahmen

Der Arbeitgeber muss eine Analyse der Gefahren durchführen, denen die Jugendlichen bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind, damit alle Risiken für ihre Sicherheit, ihre körperliche und geistige Gesundheit oder Entwicklung beurteilt werden.

Bei dieser Risikoanalyse muss berücksichtigt werden, dass jugendliche Arbeitnehmer der Sicherheit oft nicht genügend Aufmerksamkeit schenken, dass es ihnen an Erfahrung mangelt und dass ihre Entwicklung manchmal noch nicht abgeschlossen ist.

Die Risikoanalyse muss vor Beginn der Arbeit durchgeführt und jährlich erneuert werden. Auch bei einer Änderung am Arbeitsplatz muss sie erneuert werden.
Auf der Grundlage der Risikoanalyse werden Gefahrenverhütungsmaßnahmen ergriffen, um Risiken zu vermeiden, Schäden zu verhindern oder zu begrenzen.

Verbot gefährlicher Arbeiten

Eine der Gefahrenverhütungsmaßnahmen ist das Verbot, Jugendliche Arbeiten verrichten zu lassen, die als gefährlich angesehen werden,

wie:

  • Arbeiten, die Jugendliche objektiv nicht in der Lage sind (körperlich oder geistig) auszuführen
  • Arbeiten, bei denen jugendliche Arbeitnehmer giftigen, krebserregenden, erbgutverändernden, fruchtschädigenden oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen ausgesetzt sind
  • Arbeiten, die eine Einwirkung von ionisierenden Strahlen mit sich bringen
  • Arbeiten, die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder wegen mangelnder Erfahrung oder Ausbildung nicht erkennen oder nicht abwenden können
  • Arbeiten, die jugendliche Arbeitnehmer Kälte, Hitze, Lärm und Erschütterungen aussetzen können

Diese Verbote sind jedoch nicht absolut. Die Risikoanalyse muss zeigen, dass das Risiko auf der Grundlage der im Gesetzbuch detaillierten Kriterien real ist.

Bestimmte Kategorien von jugendlichen Arbeitnehmern können vom Verbot, gefährliche Arbeiten auszuführen, ausgenommen werden.

Es gibt auch besondere Regeln für die Führung von kraftbetriebenen Maschinen durch einen Werkstudenten.

Aufnahme und Betreuung

Eine weitere Gefahrenverhütungsmaßnahme betrifft die Ergreifung der notwendigen Maßnahmen zur Aufnahme und Betreuung jugendlicher Arbeitnehmer am Arbeitsplatz.

Diese Maßnahme muss vor der Beschäftigung erfolgen.

Ziel dieser Maßnahme ist, die Anpassung und Eingliederung jugendlicher Arbeitnehmer in das Arbeitsumfeld zu fördern und dafür sorgen, dass sie in der Lage sind, ihre Arbeit ordentlich auszuführen.

So kann ein Pate oder eine Patin ernannt werden, um die jugendlichen Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu begleiten.

Die ernannte Person muss selbst eine gute Ausbildung im Bereich der Risiken erhalten. Darüber hinaus muss er/sie über die Tätigkeiten informiert werden, die unter seiner/ihrer Aufsicht ausgeführt werden müssen.

Der Arbeitgeber muss dieser Person ausreichend Zeit für die Durchführung dieser Aufgabe einräumen und diese Person muss über die notwendige Autorität dafür verfügen.

Es ist auch wichtig, dass der Pate oder die Patin die jugendlichen Arbeitnehmer ermutigt, sich zu beteiligen, Fragen über Risiken bei der Arbeit zu stellen und alle Gefahren, denen sie begegnen, zu diskutieren und zu melden.

Die Gesundheitsüberwachung

Der Arbeitgeber sorgt für eine angemessene Gesundheitsüberwachung jugendlicher Arbeitnehmer bei der Arbeit und trägt die Kosten dafür.

Jugendliche Arbeitnehmer können zwei Arten von Beurteilungen unterzogen werden:

  1. Die angemessene Gesundheitsüberwachung. Dabei handelt es sich um die Ausübung einer Sicherheitsfunktion, einer Wachsamkeitsfunktion oder einer Tätigkeit mit bestimmtem Risiko.
  2. Die spezifische Gesundheitsüberwachung, die aus einer vorherigen und periodischen Gesundheitsüberwachung für minderjährige Arbeitnehmer besteht, für diejenigen, die Nachtarbeit (zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr) verrichten oder die Arbeiten ausführen, die normalerweise gemäß Anlage X.3-1 des Gesetzbuches verboten sind (hier jedoch erlaubt, weil sie für die berufliche Ausbildung notwendig sind).

Mehr informationen:

In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und insbesondere in Kleinstunternehmen fehlt es oft an ausreichenden Kenntnissen über Gesundheit und Sicherheit. In Betrieben mit weniger als 20 Beschäftigten ist es zudem der Arbeitgeber selbst, der ohne vorherige Ausbildung die Funktion des Gefahrenverhütungsberaters ausübt.

Die Methoden für die Risikoanalyse und die Gefahrenverhütung müssen daher an diese Situation angepasst werden. Dies ist eines der Ziele der ersten Methoden der SOBANE-Strategie (siehe Frage 1b).

Der FÖD Beschäftigung bietet ein kostenloses und benutzerfreundliches IT-Tool an: die ‘Online interactive Risk Assessment’ /Interaktive Online-Gefährdungsbeurteilung (OiRA), eine Internetplattform, die die Möglichkeit bietet, in allen Sprachen branchenspezifische Werkzeuge für die Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, die Kleinunternehmen bei der Durchführung einer Risikoanalyse und der Festlegung von vorbeugenden Maßnahmen helfen können. Dieses Tool wurde mit fachlicher Unterstützung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, Experten aus dem Sektor und dem FÖD Beschäftigung entwickelt.

Jeder Sektor, der ein OiRA-Werkzeug entwickeln möchte, muss dies in Zusammenarbeit mit dem FÖD Beschäftigung tun und eine Reihe von Kriterien und Grundsätzen einhalten.

OiRA-Ziele:

  • Auf europäischer Ebene:
    • Erhöhung der Zahl der Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU) in Europa, die ihre Arbeitsplatzrisiken beurteilen und bewätigen;
    • Mitwirkung durch angemessene Gefährdungsbeurteilung an der Verringerung der Zahl der Arbeitsunfälle und berufsbedingten Erkrankungen und an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen;
    • Unterstützung von Unternehmen durch angemessene Gefährdungsbeurteilung bei der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit (durch Senkung der Kosten, die mit Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen verbunden sind, der Kosten im Zusammenhang mit Absentismus usw.).
  • Auf nationaler Ebene und auf Branchenebene:
    • Bereitstellung praxisorientierter OiRA-Werkzeuge für Kleinst- und Kleinunternehmen über ihre Websites und Förderung der Nutzung dieser Werkzeuge;
    • Mitwirkung an der Erreichung des nationalen Ziels zur Verringerung der Zahl der berufsbedingten Erkrankungen und Arbeitsunfälle durch Bereitstellung von OiRA-Werkzeugen für Unternehmen.
  • Auf Unternehmensebene:
    • Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer (wozu Arbeitgeber und Unternehmen generell verpflichtet sind) durch den Einsatz von OiRA-Werkzeugen am Arbeitsplatz, wodurch das Verfahren der Gefährdungsbeurteilung eingeführt wird;
    • Entmystifizierung des Verfahrens der Gefährdungsbeurteilung;
    • Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch den Einsatz dieses Werkzeugs für die Beurteilung von Arbeitsplatzrisiken, wodurch die Leistungsfähigkeit der Unternehmen gesteigert wird.

Alle OiRA-Werkzeuge sind kostenlos erhältlich.

Wer sind die zuständigen Behörden?

In Belgien ist der Föderale Öffentliche Dienst (FÖD) Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung die zuständige nationale Behörde für den Gesundheitsschutz und die Sicherheit am Arbeitsplatz. Der FÖD ist für die Vorbereitung, Förderung und Umsetzung der Politik des Wohlbefindens bei der Arbeit verantwortlich.

Innerhalb des FÖD Beschäftigung hat die Arbeitsinspektion - Generaldirektion Kontrolle des Wohlbefindens bei der Arbeit den Auftrag, die Umsetzung der Politik des Wohlbefindens bei der Arbeit zu überwachen, indem sie beratend, vorbeugend und repressiv tätig ist.

Die Föderalagentur für Berufsrisiken Fedris ist das Expertisezentrum im Bereich der Berufsrisiken, insbesondere bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.

Für Arbeitsunfälle hat Fedris eine Kontrollfunktion den Arbeitgebern und Versicherungsunternehmen gegenüber und ist in bestimmten Fällen auch für die Entschädigung der Opfer zuständig. Im Bereich der Berufskrankheiten ist Fedris befugt Anträge auf Entschädigung der Opfer aus dem Privatsektor und aus den lokalen und provinzialen Einrichtungen zu prüfen und diese direkt oder indirekt zu zahlen.

Arbeitnehmer aus den folgenden Sektorenkönnen sich an Fedris wenden:

  • Arbeitsunfälle: Der Privatsektor und in geringerem Maße der öffentliche Sektor
  • Berufskrankheiten: Der Privatsektor und die lokalen und provinzialen Verwaltungen.

Selbstständige wenden sich an das Landesinstitut der Sozialversicherungen für Selbstständige (LISVS).

Was tun, wenn ein Berufsrisiko festgestellt wird?

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, in seinem Unternehmen eine Politik umzusetzen, die das Wohlbefinden der Arbeitnehmer bei der Ausführung ihrer Arbeit fördert. Dies sollte auf der Grundlage einer Risikoanalyse erfolgen. Wenn ein Arbeitnehmer ein Risiko feststellt, muss er es seinem Arbeitgeber melden.

Wenn ein Risiko festgestellt wird, kann bei der zuständigen Regionaldirektion Kontrolle des Wohlbefindens bei der Arbeit eine Anzeige erstattet werden. Sie finden die Kontaktinformationen, das Zuständigkeitsgebiet und die Öffnungszeiten der Regionaldirektionen Kontrolle des Wohlbefindens bei der Arbeit auf der Website des Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung.

Ein Arbeitgeber kann sich an Fedris wenden, um sich über die Exposition gegenüber Berufskrankheiten am Arbeitsplatz beraten zu lassen.

Wann und wie werden arbeitsbedingte Unfälle, Verletzungen, Beinahe-Unfälle oder Krankheiten gemeldet?

Bei Arbeitsunfällen

Jeder belgische Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Arbeitnehmer die einen Lohn beziehen, gegen Arbeitsunfallrisiken zu versichern. Diese Versicherung muss er bei einem Versicherungsunternehmen abschließen.

Ein Arbeitnehmer muss jeden Unfall, den er bei der Arbeit oder auf dem Weg zur und von der Arbeit erlitten hat, seinem Arbeitgeber melden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Unfall innerhalb von 8 Tagen seinem Versicherungsunternehmen zu melden.

Das Versicherungsunternehmen entscheidet dann, ob der Unfall als Arbeitsunfall anerkannt wird.

Wenn das Versicherungsunternehmen sich weigert, den Unfall anzuerkennen, können Sie Fedris bitten, die Entscheidung des Versicherungsunternehmens zu prüfen.

Bei Berufskrankheiten

Alle Arbeitgeber des Privatsektors sind grundsätzlich gegen Berufskrankheiten versichert. Öffentliche Dienste versichern ihre Arbeitnehmer im Allgemeinen selbst gegen Berufskrankheiten.

Jeder Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsarzt ist gesetzlich verpflichtet, Fedris und den FÖD Beschäftigung (BASK) zu informieren, wenn er bei einem Arbeitnehmer eine Krankheit feststellt, von der er vermutet, dass sie auf dessen Berufsausübung zurückzuführen ist. In diesem Falle informiert Fedris den Arbeitnehmer, dass er einen Antrag auf Entschädigung stellen kann. Er kann diesen Antrag auch ohne eine vorherige Meldung durch den Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsarzt einreichen.

Ein Arbeitnehmer des Privatsektors beantragt seine Entschädigung bei Fedris, indem er das Formular 501N auf der Fedris-Website ausfüllt und seinen Arzt bittet, das Formular 503N auf der Fedris-Website auszufüllen. Sobald Fedris beide Formulare und die eventuellen medizinischen Beweise erhält, kann es eine Untersuchung einleiten.

Bei einem schweren oder sehr schweren Arbeitsunfall

Der Begriff "schwerer Arbeitsunfall" wird definiert als ein Unfall, der sich am Arbeitsplatz selbst ereignet und wegen seiner Schwere eine spezifische eingehende Untersuchung erfordert, um vorbeugende Maßnahmen zu treffen, damit er sich nicht wiederholt.

Das im Falle eines schweren Arbeitsunfalls anzuwendende Verfahren umfasst in der Praxis drei oder vier Schritte:

  1. Der schwere Arbeitsunfall wird sofort von dem (den) zuständigen Dienst(en) für Gefahrenverhütung untersucht;
  2. Wenn der Arbeitsunfall "sehr" schwer ist (d.h. tödliche Arbeitsunfälle und Arbeitsunfälle mit bleibender Arbeitsunfähigkeit), wird er sofort den zuständigen Beamten gemeldet;
  3. Um zu vermeiden, dass sich ein schwerer Arbeitsunfall unmittelbar wiederholt, werden Sicherungsmaßnahmen getroffen;
  4. Innerhalb von zehn Tagen nach dem Unfall wird der Arbeitsinspektion Kontrolle des Wohlbefindens bei der Arbeit ein ausführlicher Bericht über den Unfall vorgelegt.

Bei allen anderen Arbeitsunfällen mit einer Arbeitsunfähigkeit von 4 Tagen oder mehr muss der Arbeitsunfall analysiert werden und eine wird Unfallkarte ausgestellt.

Für sehr schwere Arbeitsunfälle gibt es seit dem 1. Oktober 2020 einen aktiven Bereitschaftsdienst, so dass schwere Arbeitsunfälle, die sich an Arbeitstagen außerhalb der Bürozeiten, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, an Brückentagen und während der kollektiven Schließung zwischen Weihnachten und Neujahr ereignen, dem mit der Kontrolle der sehr schweren Arbeitsunfälle beauftragten Beamten sofort telefonisch gemeldet werden können.

Ein sehr schwerer Arbeitsunfall muss vom Arbeitgeber des Opfers sofort dem für die Kontrolle zuständigen Beamten mit Hilfe eines geeigneten technischen Mittels gemeldet werden, wobei der Name und die Adresse des Arbeitgebers des Opfers, der Name des Opfers, das Datum und Ort des Unfalls, seine mutmaßlichen Folgen und eine kurze Beschreibung der Umstände anzugeben sind.

Um den betreffenden Inspektor für die Meldung eines sehr schweren Arbeitsunfalls zu erreichen, wurden zwei allgemeine Telefonnummern eingerichtet:

  • Die Telefonnummer für die Meldungen auf Niederländisch: 02 235 53 00
  • Die Telefonnummer für die Meldungen auf Französisch: 02 235 55 44

Je nach Schwere des Arbeitsunfalls oder auf Initiative der Justizbehörden wird dann entschieden, ob der Inspektor sich zum Unfallort begeben muss, um die Untersuchung einzuleiten oder zu prüfen, ob der zuständige Dienst für Gefahrenverhütung bis zur inhaltlichen Untersuchung angemessene Maßnahmen ergreift, um die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Diese Bestimmungen gelten nicht für die sehr schweren Arbeitsunfälle, die sich an dem Gelände sogenannter Seveso-Betriebe ereignen. In solchen Fällen ist die Direktion Vorbeugung schwerer Unfälle (auf Französisch) unter der Telefonnummer 02 233 45 12 zu benachrichtigen.

Darüber hinaus müssen bestimmte Arbeitsunfälle auch anderen Behörden gemeldet werden:

Föderaler Öffentlicher Dienst Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung

Informationen, Beschwerden, Bitten um einen Termin bei einem Arbeitsinspektor usw. sind stets bei der zuständigen Regionalinspektion (auf Französisch) einzureichen.

Föderalagentur für Berufsrisiken (Fedris)

Avenue de l'Astronomie 1
1210 Brüssel
+32 (0)2 272 20 00
www.fedris.be